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Marokkotour im Februar
 

Anfahrt

Die Anfahrt per Autozug war (fast) unproblematisch - fast deswegen, weil die Herrschaften in Hildesheim uns zuerst zwingen wollten, unsere Gepäckrollen von den Moppeds abzubauen und mit ins Abteil zu nehmen...:-(( - das wäre bei drei Leuten = 8 Gepäckrollen & 3 Tankrucksäcke aber sehr, sehr eng geworden...und sowas hatten wir vorher auch noch nie erlebt.

Wir haben dann aber mit der Faust auf den Tisch gehauen und die Bahnleute dermassen fertig gemacht.....Ok, träum-wach-auf: hart geblieben sind wir allerdings und konnten dann gegen Unterzeichnung einer Verantwortlichkeitsabschiebungserklärung die Rollen dranlassen - war auch alles noch da in Narbonne. Nur der Service war diesmal keine gute Werbung für die Bahn: überheiztes Abteil, ein sparsamer Kaffee am Morgen, und auf der Rückfahrt gab´s man grade ein mageres Frühstück anstelle des früher üblichen Abendbrots, und dann brauchte der Zug zwei Stunden länger als üblich - wir waren statt um 10 um 12 in Hildesheim, und laut Bahn sollte das auch ganz normal sein; die Folge ist, dass der Zug an jeder Milchkanne hält und wartet ... und wartet ... und wartet, um nicht zu früh wieder in Hildesheim zu sein!!!

So können wir den Autozug momentan nur bedingt empfehlen!!!!!
(..und wir haben für Hin- und Rückfahrt immerhin 500,- € pro Person gezahlt!)

 
 


Anfahrt Spanien / Fähre

Von Narbonne aus sind noch etwa 1150 km bis Almeria abzuspulen.

Gefahren sind wir über die Route Narbonne - Perpignan - Barcelona - ab Valencia Landstrasse über Jumilla - Caravaca - Albox - Sierra de los Filabres (super!) - Almeria; Fähre Nador.

Von Spanien aus haben wir die Fähre Almeria - Nador genommen.

Zu buchen in jedem anständigen Reisebüro (FerryMaroc oder Comanav). In Almeria lief die Fähre um 22.00 aus und wir haben ganz gemütlich eine Stunde vor Abfahrt die vorbestellten Tickets abgeholt und dann in Ruhe auf die Abfahrt gewartet. Viel eher dazusein lohnt sich m.E. nicht, der Ticketschalter machte erst eine Stunde vor Abfahrt auf und das Beladen der Fähre geschah von kurz vor bis kurz nach 22.00. Im Vergleich zu z.B. skandinavischen Fähren alles sehr entspannt und locker!
Preis pro Person hin-retour in Aussenkabine: 168,- €

Die Überfahrtdauer konnte uns übrigens niemand sagen: offiziell 5 Stunden, aber dann wären wir halb in der Nacht in Afrika gewesen. Tatsächlich kamen wir jeweils gegen halb acht an, auf der Rückreise legte das Schiff einfach 2 Stunden später ab als geplant. Es bleibt jedenfalls genug Zeit zum Schlafen in der Kabine.

Bei der Einreise in Nador standen wir wohl etwas unsicher herum und haben das Mitleid der Zöllner geweckt: flugs halfen sie uns bei der Abwicklung aller Formalitäten und wir waren nach etwa 5 Minuten mit allem durch.....
Benötigt haben wir übrigens nur Reisepass und Fahrzeugschein - das war´s!
Bei der Ausreise haben wir dann doch noch einmal eineinhalb Stunden am Polizeischalter in der Schlange gestanden, um uns den Ausreisestempel zu holen. Mehr benötigt man dann aber nicht, es ging sofort auf die Fähre, nachdem die Zöllner uns unser Ausreisepapier gegeben hatten (wird in der Warteschlange vor der Fähre erledigt) und nachdem diverse Kontrolleure dreimal alle Unterschriften und Ausweise geprüft hatten; insgesamt sehr entspannt und IMHO problemlos!

Auf der Hinfahrt gab es auf der Fähre nichts mehr zu essen, auf der Rückfahrt hatte die Cafeteria geöffnet, morgens bleibt Zeit für ein Frühstück; alles natürlich nicht preiswert!

 
 
 
 
 
   
   
   
   
   
   
 


Strecke in Marokko

In Marokko sind wir einmal im Uhrzeigersinn um den Hohen Atlas gefahren, bis an die Atlantikküste und zwischen Rifgebirge und Atlas hindurch zurück zur Fähre nach Nador.
Streckenverlauf:
Nador - Guercif - Midelt - Cirque de Jaffar- Er-Rachidia - Erfoud - Erg Chebbi - Tazzarine - Agdez - Taroudannt - Agadir - Essaouira - Youssoufia - Kela Srarna - Beni Mellal -Kasba Tadla - Midelt - Nador

Fahrstrecke: 5500 KM, davon knapp 3000 in Marokko.

Hier gibt ´s ne Karte.

Wir wollten ohnehin wegen der Kürze der Reise eher weniger Piste fahren - aber es war auch schwierig, eine schlechte Strasse zu finden; auf der gesamten Rundtour hatten wir keine 50 KM Schotter bzw. Piste! Sogar die Strecke zum Erg Chebbi ist mittlerweile asphaltiert worden.....

Kosten

Sprit (Super) kostete etwa 0,92 €; drei Milchkaffee in einem normalen Café: 1,50 €; ein Dreibettzimmer in einem sauberen, ruhigen und schimmelfreien Hotel: etwa 15 - 30 € (teilweise inklusive Frühstück & Abendessen).

Das Campen am Rand der Sahara war umsonst, aber unbezahlbar ;-))

Klima

Wir hatten einmal etwas Regen in Marokko, zweimal in Spanien, ansonsten war´s kalt, aber sonnig ;-)

Unsere Erfahrung: rechts von den Gebirgen trocken und kühl im Februar, man kann aber durchaus in der Sonne sitzen, ohne Frostblasen zu bekommen. Nachts gelegentlich Regen. Im Gebirge: kalt, neblig, karg, Schneefall (bis 2200 Meter Höhe). Andere Gebirgsseite bis Atlantik: da hatten wir den einzigen Regen am Tage, haben aber auch bei Agadir in sexy Unterwäsche am Strand gelegen...
"Bedingt durch die geographische Lage weist Marokko verschiedene Klimazonen auf. Die marokkanischen Küstengebiete weisen ein subtropisches Klima auf. Die Sommer sind mediterran geprägt, d.h. sie sind sehr warm und trocken. Das Landesinnere weist ein kontinentaleres Klima auf. Die Sommer sind sehr heiß, die Winter äußerst kalt. Im Süden herrscht bedingt durch die Nähe zur Sahara ein Wüstenklima mit sehr heißen Tagen und kalten Nächten.

Der mediterran geprägte Norden verfügt über heiße Sommer, wobei es vor allem von Juni bis September sehr heiß werden kann. Regen ist im Sommer selten, kann aber trotzdem vorkommen. Von November bis März muß man dann mit vermehrten Niederschlägen rechnen. Das Binnenland hat ein kontinentaleres Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Der Süden verfügt über ein Tageszeitenklima, d. h. die täglichen Temperaturschwankungen von Tag und Nacht sind weitaus extremer als im Jahresgang. Regen ist äußerst selten, ereignet sich aber dennoch zu einigen Zeitpunkten.
Kleidung:
Im Sommer ist leichte Sommer- und Sportbekleidung ausreichend. Beachten Sie jedoch in bezug auf die islamischen Sitten, auch andere Kleidungsstücke mitzuführen. Für die Abende sollten sie auch leichte Wollsachen mitführen. Besonders bei Ausflügen in die Wüste sollten Sie bedenken, daß es sich nachts stark abkühlt. Im Winter sollten auch ein Mantel und Regenbekleidung zum Reisegepäck gehören.."


Einreisebestimmungen (Stand Mai 2000)

WIR hatten ja mal wieder gar keine Probleme, aber offiziell gibt es einiges zu beachten:
"Deutsche Staatsangehörige können für touristische Zwecke bis zu 3 Monate visumsfrei nach Marokko einreisen. Grundsätzlich benötigen deutsche Staatsangehörige zur Einreise in Marokko einen Reisepass, der ab Einreise noch 6 Monate gültig ist. Ausnahmen gelten für Pauschaltouristen, die im Rahmen einer Gruppenreise einreisen. Je nach Absprache mit dem Reiseveranstalter reicht hier der Personalausweis. Der Reisende sollte sich vor Antritt der Reise jedoch beim Veranstalter informieren.
Der deutsche Kinderausweis wird anerkannt. Ab dem 3. Lebenjahr muss ein Lichtbild angebracht sein. Der Eintrag des Kindes in einen Reisepass der Eltern ist gleichfalls ausreichend. Auch hier muss ab dem 3. Lebenjahr ein Lichtbild angebracht werden.
Bei Einreise mit Auto muss auch die Ausreise wieder per Auto erfolgen, anderfalls drohen hohe Zollstrafen (auch bei Unfallwagen). Eine entsprechende Versicherung empfiehlt sich.
Diese Bestimmungen können sich jederzeit ändern. Aktuelle Informationen erhalten Sie bei der marokkanischen Botschaft (Tel 030-2 06 12 40)in Berlin."


Gesundheit:
Zwei von uns (Hallo, Gabi! ;-)) hatten sich impfen lassen (Hepatitis, Cholera usw) - der Autor dieser Zeilen nicht, und bis jetzt (eine Woche nach Rückkehr) geht´s mir noch ganz gut - ausser einer permanenten Lustlosigkeit, was entweder am zu kurzen Urlaub oder am Abfärben der marokkanischen Sitten liegt: "Vielleicht man baut ein Jahr an seinem Haus, vielleicht 10 Jahre - wer weiß...?"
Gefunden im Netz: "Wir empfehlen unbedingt den Abschluß einer Reisekrankenversicherung. Bei Kindern sollte man darauf achten, daß ein altersgemäßer Impfschutz vorliegt. Erwachsene sollten über einen Impfschutz gegen Polio, Diphterie und Tetanus verfügen. Ein Impfschutz gegen Hepatitis A und B ist von Vorteil. In den ländlichen, touristisch wenig erschlossenen Gebieten Marokkos besteht von Mai bis Oktober ein Malaria Risiko. Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt die medikamentöse Prophylaxe."

Sicherheitsinformation:
Wir hatten ein einziges Mal ein Problem: in Nador wollte mir ein Junkie die Brille aus dem Helm reissen und das Motorradgepäck klauen - es kamen aber sofort diverse Leute zuhilfe. Anschliessend setzte sich ein Parkwächter neben die Moppeds...
Ich habe mich in Marokko so sicher gefühlt wie beisielsweise in Skandinavien; allerdings waren wir auch selten in grösseren Orten.
Als äusserst freundlich haben wir die Polizei erlebt: es stehen oft Polizeikontrollen am Wegesrand, die uns insgesamt nur zweimal angehalten und jedesmal mit Handschlag und besten Wünschen verabschiedet haben.....
Wir waren übrigens nicht im Norden (Tanger - Fes), können also über die dortige Drogenproblematik nichts sagen.

Etwas nervig kann die - wie sagen wir´s freundlich? - Kontaktfreudigkeit der Leute sein: bei Stopps auf dem Land wollen 9 von 10 Kindern Kugelschreiber, Geld oder Bonschen haben (oder alles), Reiseveranstalter stellen sich vor´s Motorrad und wollen ihre Komplettpakete 3-Tage-Sahara-mit-Teppichkauf an den Mann bringen, ständig heisst es: "Komm in meine Kasbah, wir trinken Tee, und dann..." - ja, dann waren wir wirklich mal mit, haben drei Stunden lang übersüssen Tee getrunken (immerhin grünen und nicht Pfefferminze), mit den Gastgebern aus einer Schüsssel gegessen (wobei die Gastgeber gerne auch die linke Hand zuhilfe genommen haben - sonst würden ihnen ja auch ständig die Fleischbrocken runterkullern), haben uns beim marokkanischen Fernsehen gelangweilt und durften dafür am nächsten Tag an einer kostenlosen Verkaufsveranstaltung von hochwertigem Teppichboden teilnehmen ("Ah, manchmal Berberfrau arbeitet ein Jahr an Teppich, manchmal drei Jahre, ist egal...")

Insgesamt alles im grünen Bereich und zu dritt (wenn´s drei Kasperköpfe sind wie wir) angenehm auszuhalten - sehr amüsant die Vorstellung, daß die ZDF-Mainzelmännchen alle aus Marokko kommen (achtet nur mal auf die landesüblichen Zipfelmützenmäntel!!!)

Aus dem Netz: "Angesichts der aktuellen Situation im Nahen Osten kommt es in der Region zu -auch spontanen- Protestdemonstrationen und Unmutsäußerungen der Bevölkerung. Wir empfehlen, größere Ansammlungen von Menschen zu meiden und keinesfalls an Demonstrationen oder anderen politischen Aktionen teilzunehmen.
Vorsicht ist auch bei touristischen Anziehungspunkten geboten, insbesondere religiösen Kultstätten.
Von einem Grenzübertritt von und nach Mauretanien über die Westsahara wird grundsätzlich abgeraten. Eine konsularische Betreuung durch die Botschaft Rabat ist dort aus praktischen und rechtlichen Gründen nicht möglich. Beim Grenzübertritt von Mauretanien in die Westsahara ist zudem eine Gefährdung durch nicht gekennzeichnete Minenfelder nicht auszuschließen. Die Grenze mit Algerien ist nach wie vor geschlossen.
Das Sicherheitsniveau in Marokko ist generell recht hoch. Körperliche Angriffe sind selten, kleinere Betrügereien oder Diebstähle sind jedoch, wie auch in Deutschland, nicht ungewöhnlich."


 
   


 
         
         

 

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